Häufige Fragen zur Homöopathie
Hier stehen kurze Antworten auf die häufigsten Fragen zur Homöopathie: was Studien über die Wirkung sagen, was in Globuli steckt, ob die Krankenkasse noch zahlt und wer behandeln darf. Jede Antwort verweist auf die Seite mit den Einzelheiten und Quellen.

Zur Homöopathie kommen immer wieder dieselben Fragen: Hilft das, schadet es, und wer bezahlt es? Die Antworten unten sind kurz und verweisen auf die Seiten mit den Einzelheiten. Vorab stehen hier die Fakten, auf denen die meisten Antworten beruhen, jeweils mit Quelle.
Was über die Wirkung bekannt ist
Ob homöopathische Mittel wirken, haben viele Studien untersucht. Die großen Zusammenfassungen kommen zum selben Ergebnis. Der australische National Health and Medical Research Council fand im März 2015 keine Erkrankung, für die es verlässliche Belege einer Wirksamkeit gibt. [1] Der Rat der europäischen Wissenschaftsakademien (EASAC) schrieb 2017, dass es für keine bekannte Krankheit belastbare, wiederholbare Belege einer Wirkung über den Placeboeffekt hinaus gibt. [2] Dass sich viele Menschen trotzdem besser fühlen, erklärt er mit dem Placeboeffekt, dem natürlichen Verlauf der Krankheit und der Regression zur Mitte. [2] Mehr dazu im Bereich Was die Wissenschaft sagt.
Was in den Mitteln steckt
Homöopathische Mittel entstehen aus einem Ausgangsstoff, der schrittweise verdünnt und nach jedem Schritt von Hand geschüttelt wird, bei D-Potenzen im Verhältnis 1 zu 10, bei C-Potenzen im Verhältnis 1 zu 100. Globuli sind Kügelchen aus Saccharose, auf die die verdünnte Lösung aufgebracht und getrocknet wird. [3] Viele Mittel sind so stark verdünnt, dass vom Ausgangsstoff nichts mehr übrig ist. Die Vorstellung, Wasser behalte trotzdem ein Gedächtnis für den Stoff, hält der EASAC für widerlegt, weil gelöste Stoffe die Struktur des Wassers nur im Bereich von Nanometern und für Bruchteile von Nanosekunden beeinflussen. [2] Wie viel bei welcher Potenz rechnerisch übrig bleibt, steht unter Verdünnung, Avogadro-Zahl und Wassergedächtnis.
Recht, Kosten und Behandlung
Homöopathische Mittel sind Arzneimittel. [4] Die meisten werden nur registriert: Sie müssen dafür mindestens im Verhältnis 1 zu 10.000 verdünnt sein und tragen kein Anwendungsgebiet. [5, 10] Werbung darf einem Mittel keine Wirkung zuschreiben, die es nicht hat. [6] Seit dem 30.07.2026 können homöopathische Arzneimittel nicht mehr zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Einzelne Kassen dürfen sie noch bis zum 31.12.2026 als freiwillige Satzungsleistung erstatten, ab dem 01.01.2027 ist auch das ausgeschlossen. [7, 8] Behandeln dürfen Ärztinnen und Ärzte sowie Menschen mit einer Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz. [9] Die Seiten im Bereich Recht und Kosten erklären die Einzelheiten.
Wann du ärztliche Hilfe brauchst
Als größtes Risiko der Homöopathie nennt der EASAC, dass Menschen eine wirksame Behandlung zu spät suchen. [2] Das gilt vor allem bei Beschwerden, die stark sind, nicht besser werden oder neu und ungewohnt auftreten, bei Säuglingen und Kleinkindern, in der Schwangerschaft und bei ernsten Erkrankungen. Welche Warnzeichen es je Beschwerdegruppe gibt, steht auf den Seiten im Bereich Homöopathie bei Beschwerden und unter Selbstbehandlung mit Homöopathie: Grenzen und Risiken.
- Fachgesellschaft Position statement: Homeopathy. The Royal Australian College of General Practitioners (RACGP). Stand 10/2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Homeopathic products and practices: assessing the evidence and ensuring consistency in regulating medical claims in the EU. European Academies' Science Advisory Council (EASAC). Stand 09/2017. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Wie werden Homöopathika hergestellt? (Cornelia Neth). PTAheute, Deutscher Apotheker Verlag. Stand 13.10.2022. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz § 4 Arzneimittelgesetz (AMG): Sonstige Begriffsbestimmungen, Absatz 26. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz § 39 Arzneimittelgesetz (AMG): Entscheidung über die Registrierung homöopathischer Arzneimittel, Absatz 2. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz § 3 Heilmittelwerbegesetz (HWG). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz am 30. Juli 2026 in Kraft getreten: Änderungen, die sofort umzusetzen sind (Infoletter). Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt. Stand 31.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz in Kraft: Was sich für Praxen ändert. Deutsches Ärzteblatt. Stand 30.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz § 1 Heilpraktikergesetz (HeilprG). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Homöopathie: Was Globuli, Potenzen und das Ähnlichkeitsprinzip bedeuten (Rüdiger Freund, Brigitte M. Gensthaler). aponet.de, Gesundheitsportal der deutschen Apothekerinnen und Apotheker (Avoxa). Stand 29.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
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