Geschichte der Homöopathie

Die Homöopathie geht auf den Arzt Samuel Hahnemann zurück, der 1796 das Ähnlichkeitsprinzip beschrieb und seine Lehre 1810 im Organon zusammenfasste. Aus Deutschland verbreitete sie sich mit Ärztevereinen und Laienbewegungen. Ihre Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus ist bis heute nicht belegt.

Alte Apotheke mit hohen Holzregalen, unbeschrifteten Porzellangefäßen, Glasflaschen und einer Messingwaage im warmen Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Die Homöopathie ist gut 200 Jahre alt und stammt aus Deutschland. Ihr Begründer Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) war Arzt, Chemiker und Übersetzer. 1796 beschrieb er in einem Zeitschriftenaufsatz den Grundsatz, Kranke mit Stoffen zu behandeln, die bei Gesunden ähnliche Beschwerden auslösen. Ab 1807 nannte er sein Verfahren Homöopathie, 1810 fasste er die Lehre im Organon zusammen.[1] In diesem Bereich findest du die Geschichte der Homöopathie: das Leben ihres Begründers und ihren Weg in Deutschland bis heute.

Was du hier findest

Die Seite Samuel Hahnemann: Leben und Werk folgt Hahnemann von Meißen über Leipzig und Köthen bis nach Paris. Sie erklärt den Chinarindenversuch, mit dem er sein Ähnlichkeitsprinzip begründete, und die Entstehung des Organon. Sie zeigt auch, wo sein Nachlass mit 55 Krankenjournalen heute liegt.[2]

Federkiel, Tintenfass und ein geschlossener Lederband auf einem Holzschreibtisch neben einem Fenster im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Die Seite Homöopathie in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert beschreibt, wie die Lehre sich ausbreitete. 1829 gründeten Ärzte in Köthen den Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte, 1832 erschien die erste Ausgabe der "Allgemeinen Homöopathischen Zeitung".[3] Robert Bosch der Ältere kaufte 1926 Hahnemanns Nachlass, und in Stuttgart entstand ein Zentrum der Homöopathie.[2] Die Seite behandelt außerdem die Zeit des Nationalsozialismus, die Sonderregeln im Arzneimittelgesetz und die Entscheidungen zu Weiterbildung und Kassenleistungen von 2022 bis 2026.

Wichtige Daten im Überblick

Wichtige Stationen:

  • 1755: Samuel Hahnemann wird am 10.04. in Meißen geboren.[1]
  • 1796: Aufsatz über das Ähnlichkeitsprinzip in Hufelands Fachzeitschrift.[1]
  • 1810: Erste Fassung des Organon, ab der zweiten Auflage "Organon der Heilkunst".[1]
  • 1821: Umzug von Leipzig nach Köthen.[1]
  • 1829: Gründung des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte in Köthen.[3]
  • 1835: Umzug nach Paris, dort stirbt Hahnemann am 02.07.1843.[1]
  • 1926: Robert Bosch der Ältere kauft die Hahnemann-Sammlung.[2]
  • 2022: Der Deutsche Ärztetag streicht die Zusatzbezeichnung Homöopathie.[5]

Geschichte und Studienlage

Dass ein Verfahren alt ist und viele Anhänger hat, sagt nichts darüber, ob es wirkt. Der Rat der europäischen Wissenschaftsakademien (EASAC) kam 2017 zu dem Ergebnis, dass keine Krankheit bekannt ist, bei der Homöopathie belastbar und wiederholbar besser wirkt als ein Placebo. Die Annahmen über ihre Wirkweise hält er für unplausibel.[4]

Auch die deutsche Ärzteschaft hat sich von der Homöopathie entfernt. Am 26.05.2022 strich der Deutsche Ärztetag die Zusatzbezeichnung Homöopathie aus der Muster-Weiterbildungsordnung. Zu diesem Zeitpunkt hatten 13 von 17 Landesärztekammern sie bereits abgeschafft.[5] Wie Forscher die Homöopathie heute bewerten, steht im Bereich Was die Wissenschaft sagt, die Begriffe der Lehre erklärt der Bereich Grundlagen der Homöopathie.

Homöopathie im Rahmen der Medizingeschichte

Hahnemann wuchs in der Zeit der Aufklärung auf, seine Lehre gehört zur allgemeinen Medizingeschichte. Wie sich Heilkunde und der Umgang mit Seuchen über die Jahrhunderte verändert haben, zeigt die Seite Medizin und Seuchen in der Geschichte auf unserem Geschichtsportal.

  1. Studie Tischner, Rudolf: Hahnemann, Samuel. Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 513 bis 514. Stand 1966. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Beständeübersicht 2020. Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung (IGM). Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Findbuch Z Deutscher Zentralverein Homöopathischer Ärzte. Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung (IGM). Stand 28.07.2025. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Homeopathic products and practices: assessing the evidence and ensuring consistency in regulating medical claims in the EU. European Academies' Science Advisory Council (EASAC). Stand 09/2017. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Keine Homöopathie mehr in der (Muster-)Weiterbildungsordnung. Bundesärztekammer. Stand 26.05.2022. abgerufen am 29.10.2026

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